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005-Doggy time!

005-Doggy time!

Seit drei Wochen sind wir nun bei unserem Workaway-Projekt in der Nähe von Budva in Montenegro. Oder waren es drei Monate? Und welches Jahr haben wir eigentlich? Ja richtig, man kann hier tatsächlich das Gefühl für Raum und Zeit, Datum und Wochentag verlieren.

Doch von Anfang an. Zugegebenermaßen die Umstellung fiel uns anfangs nicht leicht. Das lag vermutlich vor allem daran, dass wir die Wochen zuvor komplett frei in unseren Entscheidungen waren und auch eigentlich fast immer für uns gewesen sind.


Mehrmals haben wir uns die ersten Tage hier vorgesagt, dass wir jederzeit gehen können, sollten wir feststellen, dass es hier für uns nicht passt. Aber wir suchen ja die Abenteuer und Herausforderungen also haben wir die Zähne zusammengebissen. Sich an neue Tagesabläufe und an das Zusammenleben mit völlig fremden Menschen zu gewöhnen war vermutlich die größere Herausforderung für uns, als die Wochen zuvor im Zelt.

Doch zur allgemeinen Beruhigung und um die Spannung vorwegzunehmen, wir sind sehr froh dass wir uns der Herausforderung gestellt haben!

Doch was genau machen wir also jetzt den ganzen Tag? Wir leben bei einer älteren Dame in einem Haus oberhalb von Budva. Sie hat ein Häuschen mit einem entsprechend großen Garten und fünf Hunde. Hauptaufgabe besteht eigentlich darin, die Hunde glücklich zu halten. Das heißt konkret, dass sie alle vier Stunden in den Garten rausgelassen werden müssen, in zwei Gruppen, weil sich nicht alle Hunde untereinander verstehen. Die erste Schicht beginnt um 7 Uhr Morgens, die letzte um 10 Uhr Abends. Den Vormittag über helfen wir bei allem was so anfällt in Haus und Garten und können dabei unsere handwerklichen Fähigkeiten erweitern, was bei uns beiden nicht so wirklich schwer ist, weil diese quasi bislang nicht vorhanden waren :-).
Man kann sich vorstellen, dass bei einem entsprechenden Grundstück immer etwas zu tun ist. Hat man an der einen Stelle angefangen, kann man ein paar Tage später dort wieder von neuem beginnen. Dennoch macht uns das erstaunlich Spaß und es ist ein schönes Gefühl, am Ende des Tages zu sehen was man geschafft hat. Wir können uns auch unsere eigenen Projekte suchen und Vorschläge, wie man was reparieren könnte einbringen. 

Für viele Dinge haben wir uns auch eine gewisse Gleichgültigkeit angeeignet. Man muss eben nicht alles verstehen oder mit allem übereinstimmen, kann aber trotzdem seine Aufgabe verrichten solange der andere dann damit glücklich ist, sind wir es auch. Und außerdem ist ja jeder Mensch auf seine eigene Art skurril. Und das ist doch eigentlich was Schönes :-). Mittags wird dann immer zusammen gegessen, gekocht wird abwechselnd. Und eigentlich kocht oder backt immer irgendwer irgendwas zwischendurch, sodass von unseren gestählten Körpern gerade nicht mehr viel übrig ist :-D.
Aktuell sind wir fünf Personen hier: die ältere Dame, Daniel und ich sowie zwei weitere Volunteers.

Nach dem Mittagessen kann dann in der Theorie jeder machen was er möchte solange für die Hunde gesorgt ist, aber natürlich fällt dann doch immer noch die ein oder andere kleine Aufgabe an. Meistens gehen wir am Nachmittag auch noch mal mit ein oder zwei Hunden eine kleine Runde Gassi, da freuen sie sich immer ganz besonders. Zum Glück haben wir hier unser eigenes kleines Häuschen mit Küche und Bad, so dass wir ein Mindestmaß an Privatsphäre haben uuuund wir haben eine mega tolle große Terrasse mit Blick aufs Meer die wir natürlich in vollen Zügen genießen! Manchmal fühlen wir uns dann doch wie im Urlaub. Aber nur manchmal :-).

Natürlich haben wir in Absprache mit den anderen Volunteers auch freie Tage an denen wir entweder nach Budva runterwandern oder zum nächsten Wanderparkplatz trampen und dort wandern gehen. Wie bereits kurz erwähnt fühlt es sich hier wie in einer eigenen kleinen Blase an. Da man kaum Nachbarn hat und außer einer Tankstelle nichts fußläufig erreichbar ist, verbringen wir den Großteil unserer Zeit hier auf dem Grundstück mit den anderen drei Personen. Und das läuft dann doch erstaunlich gut! Wir wissen die Privilegien die wir hier haben sehr zu schätzen. Dazu zählt z.B ein Dach über dem Kopf, eine regelmäßige Dusche sowie ein gut gefüllter Kühlschrank. Dinge die uns eigentlich immer als normal erschienen, die wir aber schon jetzt als Privilegien ansehen…


Nichtsdestotrotz freuen wir uns darauf, wenn wir unseren Rucksack wieder schultern können und Montenegro erkunden, denn davon haben wir bislang kaum etwas gesehen ist. Wir sind gespannt darauf, wie uns die erneute Umstellung gelingen wird. Schon jetzt steht fest, dass man hier in Montenegro um einigen mehr Insekten und kriechenden Gefährten begegnet als noch in Kroatien. Auch das wird spannend beim Zelten. Und wir freuen uns aber auch schon jetzt auf unser nächstes Workaway-Projekt was sicherlich kommen wird, denn das muss man ganz klar sagen, die Erfahrung die wir hier gemacht haben ist einmalig und möchten wir schon jetzt niemals missen. Wir lernen unheimlich viel über uns selbst und über zwischenmenschliche Beziehungen. Falls jemand mal auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Erfahrung ist und ein bisschen Zeit mitbringt, können wir nur raten, euch mal in so ein Projekt zu begeben. Schon alleine um zu sehen, welche unterschiedlichen Lebenskonzepte es gibt.

10 thoughts on “005-Doggy time!

  1. Einfach nur cool erzählt, vielen vielen Dank!
    Genießt jeden Tag, jeden Moment und packt eine große schöne Erinnerung demnächst mit in den Rucksack auf Eurer weiteren Reise!
    Alles Liebe! Mama Hille

  2. Finde es mega, was ihr beide da macht und toll, daß ihr es mit uns teilt.
    Es ist auch schön geschrieben, so kann man sich fast reinfühlen. Genießt es und weiter viele tolle Erlebnisse zur Horizonterweiterung.

  3. Hallo Ihr beiden Lieben, ich bin mal wieder sehr beeindruckt und sage:
    Super, dass Ihr Euch darauf einlassen könnt und 1000 DANK, dass Ihr uns an Euren Erfahrungen teilhaben lasst. Bea, Du schreibst sehr anschaulich! Das gefällt mir sehr gut.
    Alles Liebe
    Theresa

  4. Hallo Ihr Beiden,
    Heute bin ich beim aufräumen meiner Mailbox auf deine Verabschiedungs-eamil gestossen liebe Bea und dachte da war doch was… Bin dann gleich auf euren Blog gegangen um zu sehen wo ihr gerade seid und was ihr denn so macht. Bin echt beeindruckt, was ich bisher gelesen habe und besonders darüber, dass ihr die meiste Zeit im Zelt schlaft und dazu noch einfach im Nirgendwo und nicht auf einen Campingplatz. Das ist schon sehr beiendruckend und mutig! Mein Mann und ich sind auch Camper, aber dafür haben wir unseren Pössl :-). Das ist im Vergleich natürlich Luxus pur. Deswegen nochmals meinen Respekt!
    Schön zu hören, dass ihr an einem Workaway-Projekt mitmacht. Klingt sehr schön mit den Hunden. Wir haben ja auch seit fast einem Jahr einen Hund und es ist eine tolle Erfahrung.
    Ich wünsche euch jetzt erst einmal weiterhin ganz viel Abenteuer und freue mich auf den nächsten Bericht.
    Bleibt gesund und passt auf euch auf!
    Liebe Grüße, Iris

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